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08.09.2010

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D-Jugend im Vergleich mit Deutscher Elite (06.06.2010 / 17.53)

Bremen 10 stellt deutschlandweit zweitgrößte Aktivenzahl

Vor einem ganz schweren Gang standen unsere D-Jugendwasserballer in Chemnitz beim bundesweiten Ländervergleich der Jahrgänge 97 und jünger. Aus dem ganzen Bundesgebiet entsendeten die Verbände ihre Auswahlteams mit den besten Spielern aus den besten Vereinen. Und mittendrin in dieser Creme de la Creme des deutschen Nachwuchswasserballs unsere Vereinsmannschaft der SG Wasserball Bremen, die dort als Bremer Landesauswahl an den Start ging.

Die Zielsetzung war in Anbetracht der Klasse klar. Nicht Letzter werden und so gut es geht mitspielen im Konzert der deutschen Elite. Für das Erreichen stand aber leider kein großer Kader zur Verfügung. Dies war in Anbetracht des Mammutprogramms von 9 Spielen in drei Tagen ein weiteres schweres Hindernis für die Jungs von Auswahltrainer Lutz Schmauder.
Schon im ersten Spiel am Freitag in der Vorrunde gegen den Mittelrhein zeigte sich das hier ein ganz anderer Wind wehte, als beim Bremer Pokal, den die Mannschaft ohne Niederlage gewinnen konnte. Bis sich das Team auf das hohe Tempo des Gegners eingespielt hatte, war schon alles entschieden und am Ende hieß es 1:12.

Gegen die höher (als Mittelrhein) einzuschätzenden Süd-Westfalen lief es besser, auch wenn kein Tor gelang. Dafür gingen hinten „nur“ 10 Stück rein, was für ein richtiges Wasserballspiel nicht unbedingt viel ist. Damit war der Freitag dann auch beendet.

Am Samstagmorgen um 8:oo wartete die Auswahl Rhein-Wupper, der schwerste Brocken des Turniers auf die Bremer. Rhein-Wupper hatte die Hamburger mit 22:1, den Mittelrhein mit 16:1 und Südwestfalen mit 16:2 abgefertigt. Es war also ein Schützenfest zu erwarten, dass es galt einzudämmen.
Deshalb hieß es safty first bei allen Aktionen, den Ball sichern und langsam mit Bedacht den Halbkreis vorne aufbauen und die Uhr runterspielen.
So ging wie besprochen nach dem Anstoß zum 0:1 der Ball zurück zum Torwart Tom Heße. Alles schwamm nach vorne und Tom folgte langsam mit dem Ball bis zur Mittellinie. Diese Taktik verleitete den Gegner zu vorschnellen Angriffen auf den Torwart, waren es die Spieler von Rhein-Wupper gewohnt schnell in Zweikämpfen den Ball zu erobern und so zu schnellen Torerfolgen zu kommen.

Doch unser Bremer Team war genau darauf eingestellt. Schnell ging der Pass über den freien Mann, der durch das Angreifen des Torwartes entstanden war und schon war der Überzahlangriff vorne perfekt. Den ersten versemmelten wir leider. Aber der zweite war dann nach einem platzierten Wurf von Malte Schlage drin.
So hieß es nun 1:2. War das die Wende ? Leider nein, denn die Rhein-Wupper-Auswahl ließ schnell unsern Torwart in Ruhe. So hatten wir aber nun die Zeit für unseren Spielaufbau und damit ab und zu ein paar Ruhephasen vor dem eigenen Tor.

Aufhalten konnte das den späteren Turniersieger nicht. Doch am Ende hatten wir mit 16 Toren ein Tor weniger eingefangen als später im Endspiel die Berliner Auswahl. Aber eben nur ein moralischer Sieg.

Den ersten richtigen Sieg wollten wir im letzten Vorrundenspiel gegen Hamburg einfahren. Doch dann erwischte die Mannschaft einen schlechten Start. Die Hamburger, für die dieses Spiel das erste an dem Tag war, machten gleich viel Druck. Da unsere Jungs nach dem Rhein-Wupper-Spiel aber nur 1 Stunde Pause hatten, waren die Knochen müde. Diesen Vorteil nutzen die Hamburger und gewannen mit 9:2.

Nach dem Spiel gab es dann mit einer ordentlichen Portion Nudeln Stärkung und eine Ruhepause vor dem ersten Spiel in der Platzierungsrunde.
Dort präsentierte sich das Team kampfstark gegen Sachsen die nur mit einem Tor die Finalrunde verpasst hatten. Es wurde um jeden Ball gefightet und kein Duell verloren gegeben.
Zudem lief Tom im Tor nach einem nicht so guten Spiel gegen Hamburg zur Höchstform auf. So sprang am Ende eine sehr achtbare 2:6 Niederlage heraus.

Aber die vier Spiele an diesem Samstag hatten Kraft gekostet und alle waren schon ziemlich am Ende.
Dabei wartete mit Nordwestfalen der Gruppenletzte der andern Vorrundengruppe auf uns. Trainer Lutz Schmauder und Teamarzt Dr. Jochen Schlage hatten alle Hände voll zu tun die Truppe noch mal moralisch und körperlich flott zu machen.

Aber die Spieler bewiesen Moral. Die wurde dann noch mal richtig gestärkt als nach 6 Sekunden das 1:0 durch Nils Flügge fiel. Eigentlich hatte Nils das Anschwimmen verloren, doch er setzte noch mal nach, eroberte sich dann irgendwie den Ball und konnte frei auf den gegnerischen Torwart zuschwimmen.

So eine Chance lässt sich Nils nicht entgehen und damit war die Führung perfekt. Doch auch das 2:0 ließ nicht lange auf sich warten. Malte Schlage setzte sich im Center durch und warf unhaltbar ein. Das Team behielt auch weiter die Oberhand bis zum 5:0 nach dem Ende des zweiten Viertels.
Dann war trotz alle Moral die „Flasche leer“. Und je länger das Spiel dauerte, umso mehr verlagerte es sich vor dem Bremer Tor. Am Ende wankten aber glückliche Bremer aus dem Wasser, hatten sie doch mit 8:4 die Oberhand behalten. Damit war das Ziel erreicht und am Abend konnte am Grill mit reichlich Cola, der Sieg gefeiert werden.

Doch am letzten Turniertag wollten alle nun mehr. Gerade gegen den Erzrivalen Hamburg, der am Sonntagmorgen erneut auf dem Programm stand. Leider kam dann unmittelbar vor dem Anpfiff die Hiobsbotschaft:- Magenprobleme bei Nils Flügge machten den Einsatz des schnellsten Spielers unmöglich.
Das schockte die Mannschaft, die dann auch noch in der Aufstellung durcheinander gewirbelt werden musste.

So ging Hamburg wiederum mit 3:0 in Führung. Dann gab es aufgrund eines Wechselfehlers noch einen Strafwurf und so sah es beim Stande von 1:5 schlecht aus.
Doch Tor um Tor wurde aufgeholt. Dies veranlasste die Hamburger dann aber zu einer etwas rüden Spielweise, der Torben Fasel zum Opfer fiel. Ein übler Tritt eines Hamburgers als der Schiedsrichter außer Sichtweite war, setzte unseren wohl fairsten Spieler außer Gefecht. Somit hieß es für den Rest der Truppe durchspielen bis zum Schluss.

Da war es besonders bitter, dass der Schiedsrichter den Weitwurf Tim Brünings von der Mittellinie unmittelbar (6 sek) vor dem Ende des dritten Viertel nicht anerkannte. Dabei hatten die Zuschauer hinter dem Hamburger Tor alle den Ball hinter der Linie gesehen.
So ging es statt mit 5:6 mit 4:6 ins letzte Viertel. Doch das 5:6 gelang dann im letzten Abschnitt und im letzten Angriff hatten die Jungs den Ausgleich auf der Hand.
Doch der Überzahlangriff wurde mit einem Lattenkracher beendet.
Hamburg war so unverdient mit einem mehr vor unserem Tor und so sehr sich Tom auch streckte, konnte er den 7:5 Endstand nicht verhindern.

Einerseits bitter, andererseits hatten alle bewiesen, dass die Mannschaft Ausfälle verkraften kann. Hierbei zeigte vor allem das Birk Fasel aus der F-Jugend mal wieder keine Scheu vor den weit älteren Gegnern hat und bewies wie wichtig er als Wechselspieler in der D-Jugend ist.

Nach dieser Niederlage fehlte die Konzentration in der Abwehr gegen die Mannschaft vom Mittelrhein, die der Bremer Auswahl an diesem Wochenende wohl nicht lag. Das 5:15 hätte durch aufmerksamere Abwehrarbeit besser ausfallen können.

Zum Abschluss wollten alle noch ein gutes Spiel gegen die Bayernauswahl hinlegen, die bei den Platzierungsspielen bisher alles gewonnen hatten. Das war nicht verwunderlich kamen doch alle Spieler der Bayern aus Vereinen der 1. Bundesliga.

Überraschendweise fiel dann das 1:0 und das 2:0 folgte. Alle rieben sich die Augen. Bahnte sich hier eine Überraschung an? Denn vorne im Center war kein Bayer in der Lage Malte Schlage zu halten und hinten hielt alles dicht.
Tim Brüning hatte Maltes Position in der Centerverteidigung übernommen und löste die neue Aufgabe mit Bravour.
So ging es weiter und beim Stande von 5:0 ins dritte Viertel. Dort sorgte dann der Schiedsrichter mit einer kuriosen Entscheidung gegen Malte Schlage für die Wende im Spiel. Malte hatte beim Zurückschwimmen den Ball in der Schwimmbewegung in Richtung des Gegners geschoben, der Freiwurf hatte. Der Ball berührte das Gesicht des Gegners und das wertete der Schiedsrichter als absichtliches, brutales Spiel und entschied auf Hinausstellung.

Damit war dem Team nicht nur der Leader, sondern auch die Anspielstation und der Torjäger vorne beraubt.
Es folgten noch ein paar überdenkenswerte Schiedsrichterendscheidungen und leider auch Tore für Bayern. So nahm das Schicksal seinen Lauf und aus der Überraschung wurde nichts, sondern die Bayern siegten noch mit 8:6.

Trotzdem war die Bremer Delegation am Ende mit dem 13. Platz sehr zufrieden.
Das Bremen 10 mit sieben Aktiven hinter der WU Magdeburg das zweitgrößte Kontingent an Aktiven auf diesem Treffen der besten D-Jugend Spieler Deutschlands stellte, ist schon sehr beachtlich und zeigt welchen tollen Aufschwung der Wasserballnachwuchs in den letzten Jahren hinter sich hat.

Die Bremen-10-Aktiven waren:

Tom Heße, Tim Büning, Leo Grisbach, Nils Flügge, Torben Fasel, Maximilian Frerichs und Birk Fasel.

Autor: Lutz Schmauder
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