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Vereinsgründung
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Im Jahre 1921
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 Durch die Initiative des 1919 gegründeten Volksbundes für Arbeiter – Sport und Jugendpflege lebte unter Vorsitz von Alfred Eichhorn am 12. Februar 1921 das Vereinsleben mit zwölf ehemaligen Mitgliedern wieder auf. Der Verein wuchs schnell und so trat man im Juni zu einem Stromschwimmen während der 1. Arbeiter – Sportwoche in Bremen unter dem Namen Freie Schwimmer Bremen an die Öffentlichkeit.
Doch am politischen Horizont stiegen erneut drohende Wolken auf, die dann im Januar des Jahres 1933 zur Machtübernahme durch die NSDAP führten. Trotz allem war der Vorstand noch optimistisch und stellte für alle Schwimmerfamilien in der Generalversammlung vom 14. Januar 1933 im „Volkshaus“ folgenden Plan auf:
05.02. Schnitzeljagd der Frauen – Abteilung 19.02. Bezirks – Spartentag 04.03. Faschingsschwimmfest im Hansabad 19.03. Sport - Revue in den Centralhallen 28.05. 40jähriges Bundes - Jubiläum mit Stromschwimmen 25.06. Jugend – Sonnenwendfeier in Villa Marßel 16.07. Kreisfest in Hildesheim
Von all diesen Vorhaben wurde nur noch die Schnitzeljagd durchgeführt. Dem neuen „Sportkommissar“ war der Name „Freie Schwimmer Bremen“ unangenehm. Darum erließ er unter dem 6. Juni 1933 von der damaligen NS -–Regierung eine Verfügung, wonach der Verein sofort aufzulösen sei. Dem damals noch amtierenden Vorsitzenden gelang es aber, das Vereinsleben durch eine „Gleichschaltung“ und durch die Änderung des Namens in „Schwimmverein Bremen“ aufleben zu lassen.
Zur Erinnerung nachstehendes Rundschreiben vom 8. Juni 1933:
F r e i e S c h w i m m e r B r e m e n Liebe Mitglieder! Laut Verfügung des Landesbeauftragten, Herrn Sportkommissar Köwing, ist mit dem 6.Juni 1933 unser Verein aufgelöst. An dessen Stelle tritt mit dem heutigen Tage der „Schwimmverein Bremen“. Der gesamte Vereinsbetrieb bleibt bestehen und wir verweisen auf untenstehende Bekanntmachung unseres zukünftigen Vorsitzenden. Mit Ausnahme des 1. Vorsitzenden und des 1. Schriftführers bleibt voraussichtlich der gesamte Funktionskörper in seiner alten Zusammensetzung und werden alle Mitglieder ihre Tätigkeit im Interesse des Vereins weiterhin ausüben. Wir bitten daher dringend, dass jedes Mitglied dem Verein die Treue hält und auch der Beitrag wieder pünktlich beglichen wird. Werbt wieder eifrig für unseren schönen Schwimmsport im Interesse der Volksgesundheit! Denkt auch an eure eigene Gesundheit und besucht darum den Vereinsbetrieb!
D e r V o r s t a n d (gez.):
H. S c h w e e n H. B o l t e H. H i l l e b r e c h t
„Der Sportkommissar Köwing hat mich beauftragt, für die Folge die Führung des Vereins, der in Zukunft unter dem Namen „Schwimmverein Bremen“ läuft, zu übernehmen. Ich bin weiter beauftragt worden, Ihnen die inzwischen erfolgte Gleichschaltung bekanntzugeben. Es ist daher Pflicht eines jeden Mitgliedes, dem es daran liegt, dass der Verein in der bis- herigen Form weiter bestehen soll, in der am Sonnabend, dem 17. Juni d.J., im Haus der Deutschen Arbeit (Volkshaus), Saal 3, stattfindenden Generalversammlung zu erscheinen. In dieser Versammlung werden wichtige Fragen besprochen, so dass das Erscheinen eines jeden Pflicht ist.“
D e r B e a u f t r a g t e d e s S p o r t k o m m i s s a r s
(gez.): K a r l L e h m k u h l Die am 17. Juni erwähnte Versammlung fand statt und Pg. Karl Lehmkuhl übernahm die Führung unseres jetzt „gleichgeschalteten“ Vereins. Man glaubte, hiermit die Hindernisse beseitigt zu haben, aber trotz der Umstellung durfte das Vereinsleben in der alten Form nicht fortgeführt werden. Darum wurde der Beschluss gefasst den Verein aufzulösen und zum Schwimmverein „Weser“ überzutreten. Unser schönes mit vielen Opfern aufgebautes Vereinsheim mit seinem Inventar wechselte den Besitzer und die Kassenübergabe mit dem Bestand von 233,02 RM erfolgte am 24. Juli an den “SV Weser“.
Dies alles war sehr hart, aber mit dieser Lösung blieben wir der Idee treu, der Gesundheit unserer Jugend zu dienen. Die Badebekleidung wechselte von rot weiß auf „schwarz – weiß“, aber nicht als Zeichen der Trauer – es waren die Vereinsfarben vom “SV Weser“.
Der Zweite Weltkrieg im Jahre1939 setzte unter alles seinen Schlussstrich. Im Bombenhagel erstarb das sportliche Leben wie bei fast allen deutschen Vereinen. In Trübsal und Leid dachten nur wenige Menschen an die Schwimmerei. Diese schreckliche Zeit nahm auch ein Ende und wenn unser Element auch nicht die Luft, sondern das Wasser ist, so kann man den Verein doch ein wenig mit dem Vogel Phönix vergleichen, der immer wieder neugeboren aus der Asche emporsteigt.
Aus Asche und Trümmern des Zweiten Weltkrieges kam er zu neuem Leben und schon 1945 war er der erste reine Schwimmverein in Bremen. Ein paar Unentwegte gaben das Startzeichen.
Der Zusammenbruch 1945 stellte ein Chaos dar. Die Schwimmsportbegeisterten, die sich zusammengefunden hatten, saßen buchstäblich auf dem Trockenen. Mit Ausnahme des Achterdiekbades gab es keine heile Badeanstalt mehr. Alles lag in Trümmern. Darunter auch das schöne Hansabad und das Breitenwegbad Versammlungs – und Übungsräume fehlten ebenso wie Sportgeräte. Es gab nur eins: den Willen, den Verein wieder auferstehen zu lassen. Zu den persönlichen Sorgen – und wer hätte damals keine gehabt – war man bereit, auch noch die Sorgen für den Verein zu übernehmen. Dass durch den Willen einiger Frauen aus dem Nichts der größte Schwimmverein der Bundesrepublik geschaffen wurde, hat damals keiner geahnt.
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